Impulse setzten in Form von gemeinsamem Anpacken

May 12, 2015

Aktivität folgt Aktivität folgt ausprobieren.... Nicht mehr gebrauchte und dem Quartierwohnzimmer geschenkte Gartenmöbel einer Zürcher Institution werden vormittags von Mitarbeitenden eines Arbeitsintegrationsprojekts auf dem Postplatz abgeladen. Nicht angekündigt ist diese Lieferung. Die fünf Tische und achtzehn Stühle stehen da — vor dem Hauseingang. Noch sind Blätter und Staub in den Ritzen vom vergangenen Sommer. Die Bewohner/-innen bleiben beim Vorbeigehen stehen und fragen laut oder leise, ob das Mobiliar für den Balkonbepflanztag vom kommenden Samstag bestimmt sei. 

Nach dem Mittag — die Hauswarte holen noch mehr Gartenmöbel aus dem Keller und greifen spontan zu Hochdruckreiniger und Lappen. Ohne viele Worte sind Tische und Stühle platziert und weitere gestapelt in Reserve. Immer mehr Leute auch von den hinteren Siedlungs-Häusern schauen vorbei. Drei Damen nehmen sofort Platz und geniessen die Abendstimmung bei einem Schwatz.

Der neu angelegte Postplatz wirkt belebter. Eine neue Qualität ist geschaffen - eine Aufenthaltsqualität für Bewohner/-innen, für Nachbarn und für Leute, die auf den Bus warten. Expert/-innen im Bereich «Nutzung von Öffentlichem Raum» sprechen bei dieser Intervention davon, das sich zusätzlich zu den Jugendlichen und den Nacht-Nutzenden nun weitere Nutzergruppen Raum einfordern und dadurch die bisherige Dynamik von Unsicherheit, Lärm und Littering schrittweise beeinflussen.